Manillio

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Wer Musik machen will, die Gehör finden, die Menschen wirklich berühren soll, muss lernen loszulassen. Wer jenseits der 25 noch Rappen will, dem sei das Gleiche empfohlen. Sich an irgendwelche Klischees und grosse Vorbilder zu klammern, kann sowieso nicht lange gutgehen.

Manuel Liniger, 28, besser bekannt als Manillio, hat schon mit seinem ersten Album «Jede Tag Superstar» aus dem Jahr 2009 eine ganz eigene Linie vorgespurt. Oder sagen wir mehrere: Irgendwo zwischen coolem Grossstadt-Duktus und Kleinstadt-Stolz, zwischen Sonnenbrillenträger und durch-die-Nebelwand-Wanderer, irgendwo zwischen nachdenklichem Poet und Rapper ohne Furcht und Tadel waren seine spektakulär rhythmisierten Zeilen und Silben – manchmal langgezogen wie der Käse an der Fonduegabel– schon damals.

Gleichzeitig beherrscht Manillio etwas, was nur wenige beherrschen. Er kann ein Thema skizzieren, sich ihm annähernd, einen Rahmen für eine Geschichte bilden, ein Haus so möblieren, dass sich jeder selber darin zurechtfindet. Oder anders gesagt: Er malt Bilder, die jedem seine Deutung lassen, in jedem leicht andere Assoziationen wecken.